Konzepte für unsere drei neuen Bereiche ab Sommer 2020.

Junge Pflege –
auch jungen Träumen Raum geben.

Für pflegebedürftige Erwachsene im Alter von 18–60.

Der Bedarf an Pflegeplätzen für diesen Personenkreis ist gegeben. Oft werden diese Personen mangels eines adäquaten Platzangebotes innerhalb reiner Pflegeheime integriert, leben quasi mit alten, pflegebedürftigen Menschen zusammen, die ganz andere Ansprüche und Notwendigkeiten haben. Der Bereich für junge Pflegebedürftige wird sich im Ostflügel des Bestandsbaus befinden und insgesamt für 9 Bewohner Platz bieten. Wenn junge Menschen pflegebedürftig werden, wünschen sie sich dennoch einen individuellen Tagesablauf und möchten ein weitestgehend selbstbestimmtes Leben führen. Unser spezieller Wohnbereich “Junge Pflege” will auf diese Wünsche eingehen.

Junge Pflege – so umsorgt und doch selbstbestimmt wie nur irgend möglich.

Durch Angebote, die altersentsprechend sind und mit Unterstützung von Freunden, Partnern und Angehörigen versuchen wir, eine aktive Tagesgestaltung wieder möglich zu machen. Das Zusammenleben mit anderen Menschen, die in gleichen Lebensumständen sind, bringt neue soziale Kontakte und ist motivierend. Die Pflege und Versorgung ist auf die besonderen Bedürfnisse junger, pflegebedürftiger Menschen in der Betreuung und Pflege ausgerichtet. Durch die auf Dauer angelegt aktivierende Pflege und soziale Rehabilitation soll der Zustand der Bewohner stabilisiert und langfristig verbessert werden.

Wir arbeiten nach dem Konzept der begleitenden Bezugspflege. Das bedeutet, dass jeder Bewohner weitestgehend von ihm vertrauten Pflegekräften versorgt wird. Durch feste Ansprechpartner, die Verlässlichkeit und Sicherheit vermitteln, wird es den zu versorgenden Menschen erleichtert, eine Vertrauensbasis aufzubauen. Die Lage unserer Einrichtung bietet optimale Voraussetzungen, durch die nahegelegene Fußgängerzone aktiv am Leben teilzunehmen, auch einmal ein Restaurant oder eine Kneipe zu besuchen.

Zielgruppenorientierte Angebote durch das Team der Beschäftigungstherapie sollen diese Altersgruppe abholen und auffangen, sodass eine sinngebende Tagesstruktur gewährleistet ist. Kinoabende sind dabei ebenso selbstverständlich wie sportliche Aktivitäten oder der Konzertbesuch. Die großzügigen Einzelzimmer sind farblich auf die junge Klientel ausgelegt, der Internetanschluss selbstverständlich. Auch hier können die Zimmer nach eigenen Wünschen gestaltet werden, um eine schnelle Eingewöhnung zu fördern und sich schnell ein kleines Stück zuhause zu fühlen.

Eine kleine Küche regt zur gemeinsamen Mahlzeitenzubereitung an, aber auch im Bereich des Speisesaales wird es eine separate Ecke für die jungen Pflegebedürftigen geben. Eine Kooperation mit dem PZN Wiesloch wird für diesen Bereich angestrebt, um dort austherapierte Menschen, die noch nicht in die eigene Häuslichkeit können, weiter zu pflegen. Selbstverständlich stehen wir aber auch pflegebedürftigen, jüngeren Menschen nach Verkehrsunfall, Schlaganfall oder sonstigen Schicksalsschlägen, die Pflege notwendig machen, zur Verfügung.

Geschlossener Demenzbereich –
hier bin ich Mensch, hier darf ich’s sein.

 

Neben dem Pflegemodell nach Monika Krohwinkel, das in der gesamten Einrichtung als grundlegendes Pflegemodell vorherrscht, haben wir uns für unseren geschlossenen Demenzbereich für die personzentrierte Pflege nach Tom Kitwood entschieden, der nicht die Person-mit-DEMENZ in den Mittelpunkt stellt, sondern die PERSON-mit-Demenz sieht, also nicht die Krankheit, sondern das Subjekt selbst. Die Kitwood-Blume stellt das Beziehungselement „Liebe“ in die Mitte. Der Mensch ist angenommen, mit all seinen Eigenheiten.

 

 

Ganz nach dem Motto:
Hier bin ich Mensch, hier darf ich’s sein.

Personzentrierte Pflege nach
Tom Kitwood Die „Kitwood-Blume“

 

 

Der geschlossene Demenzbereich befindet sich im Erdgeschoss des Anbaus und verfügt über Platz für 11 Bewohner.
Geschützt wird der Bereich über ein Codesystem. Einrichtung als auch Lichtkonzept sind auf die Bedürfnisse von an Demenz erkrankten Bewohnern angepasst.

Ein separater geschützter Gartenbereich ermöglicht den Bewohnern den Aufenthalt im Freien. Barrierefreie Wege und Laufmöglichkeiten lassen dem oft vorherrschenden Bewegungsdrang dabei jeden Raum. In Zusammenarbeit mit dem Demenz Support Stuttgart finden im kommenden Jahr gezielt Schulungen zur personzentrierten Pflege nach Tom Kitwood statt.

 

Palliativpflege … über den
Horizont schauen …

 

Ein Pflegeheim ist kein Hospiz, aber der hospizlich-palliative Gedanke „Leben bis zuletzt“ bei möglichst hoher Lebensqualität wird verfolgt und gelebt. Trotz schwerer Krankheitsbeschwerden und zunehmender Pflegebedürftigkeit hat jeder Mensch das Recht, seine letzte Lebensphase als lebenswert erfahren zu dürfen. Das beinhaltet für alle, die sich um das Wohl der Bewohnerinnen und Bewohner sorgen, ein umsichtiges, achtsames und respektvolles Handeln. Die Einrichtung muss sich die Aufgabe stellen, die Bedürfnisse schwerkranker und sterbender Menschen besonders in den Blick zu nehmen

In der Palliativmedizin geht es um die aktive und ganzheitliche Betreuung von Menschen, die an einer unheilbaren Krankheit leiden und in der die besondere hospizliche Grundhaltung zum Ausdruck kommt. Ziel dabei ist es, die Krankheitsbeschwerden zu lindern und eine möglichst positive Lebensqualität zu erreichen. Hierbei stehen die Individualität, Würde und das Wohlbefinden des Bewohners sowie sein Wille im Mittelpunkt. Die psychologische, soziale und seelsorgerische Betreuung sind ebenfalls entsprechend den Wünschen des Bewohners zu berücksichtigen, um dadurch seine letzte Lebenszeit für ihn lebenswert zu machen.

Schon jetzt ist die Versorgung der Bewohner unter dem Hinblick der Palliativpflege eine Selbstverständlichkeit im Katharinenstift. Eine enge Zusammenarbeit mit dem ambulanten Palliativteam entlastet dabei unsere Pflegekräfte und kommt dem Bewohner zugute. Auch oft mit ihren eigenen Emotionen kämpfende Angehörige erfahren so Entlastung.

Der Mensch in seiner letzten Lebensphase ist aktuell in den Wohnbereichen eingestreut. Dies empfinden wir für alle Beteiligten als eher schwierig. Der „relativ gesunde“ Bewohner bekommt oft Angst vor einer Lebensphase, mit der er sich aktuell (noch) nicht wirklich auseinandersetzen will. Palliativbewohnern fehlt oft die notwendige Ruhe zur Reflexion, da das Leben in der Gruppe weitergeht. Mitarbeiter haben in den gemischten Wohnbereichen keine Möglichkeit, ihre Neigung in der Pflege ausleben zu können. Oft führt die Versorgung dieser schwerstpflegebedürftigen Bewohner zur psychischen Belastung, die wir gezielt mit Supervision aufzufangen wissen.

Schnell war aus den oben genannten Gründen klar, dass eine eigene Wohngruppe realisiert werden soll – mit Mitarbeitern, die sich bewusst für diesen Bereich entscheiden. Gezielte Fort- und Weiterbildung soll unsere Mitarbeiter dabei in Ihrer Kompetenz stärken. Der Wohnbereich für Palliativpflege wird sich in einer Gruppe mit 15 Bewohner und Bewohnerinnen im 1. OG wiederfinden. Auch hier können die Einzelzimmer individuell eingerichtet werden. Großzügige Aufenthaltsbereiche bieten die Möglichkeit zur Geselligkeit – mit Gleichgesinnten. Menschen, die das eigene Leben reflektieren, können so in Austausch treten. Verständnis ist gegeben für den anderen.

Neben Palliativfachkräften soll zudem eine Schmerzexpertin diesen Bereich begleiten.

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